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In einem Blogbeitrag beurteilt die Zentralbank von St. Louis Kryptowährungen wie den Bitcoin im Vergleich zum Bargeld überaus positiv. Dreht sich der Wind bei den US-amerikanischen Zentralbanken?

Bitcoin und US-Dollar haben keinen intrinsischen Wert

In einem Artikel vom 25. April beleuchtete die Federal Reserve Bank of St. Louis den Nutzen von Bargeld verglichen mit Kryptowährungen. Das am häufigsten genannte Argument von Kritikern ist, dass die Coins keinen intrinsischen Wert besitzen würden. Allerdings ist das beim US-Dollar oder Euro nicht anders. Die Digitalwährungen bestünden lediglich aus Nullen und Einsen und tragen keinen „Material-Wert“ wie etwa Diamanten, Gold oder Silber. Da der Goldstandard seit 1971 „temporär suspendiert“ ist, gilt das gleiche für das Papiergeld staatlicher Zentralbanken. Egal ob man den Bitcoin als Kapital, Währung oder Investment betrachtet, Tatsache sei, dass er „genauso wenig einen Wert besitzt“ wie die heutigen Fiatwährungen.

Limitierte Geldmenge und Tauschmöglichkeiten

Die FED St. Louis gibt an, dass die amerikanische Zentralbank die Geldmenge vorsichtig kalkuliert und limitiert hält. Bei Bitcoin ist die Geldmenge ebenfalls limitiert. Eine limitierte Geldmenge verhindert die Entwertung des Geldsystems.

Auch im Tausch funktioniere Bargeld und Bitcoin gleich. So wie ein Geldschein direkt von Person zu Person wandert, werden Kryptowährungen ebenfalls ohne Mittelsmann von Wallet zu Wallet transferiert. Eine Überprüfung des Accounts – wie bei der Belastung einer Kreditkarte – ist weder beim US-Dollar noch beim Bitcoin vonnöten. Deswegen ist die Bezahlung per Geldschein anonym und die per Bitcoin zumindest nicht mit einem Namen, sondern nur mit den entsprechenden Bitcoin-Adressen verknüpft.

Zentralbank sieht Digitalwährungen als rotes Tuch

Am Ende des Blogbeitrages hebt die Federal Reserve Bank of St. Louis dennoch hervor, dass es durchaus auch Unterschiede zwischen Kryptowährungen und Geldscheinen gebe. Dennoch ist der Artikel neutral gehalten und bewertet die Digitalwährungen durchaus positiv. Schon alleine die Möglichkeit pseudonym die Coins von Wallet zu Wallet zu transferieren, sei für jede Zentralbank wie ein rotes Tuch, heißt es an anderer Stelle. Dies würde klar dem Prinzip der Banken widersprechen, stets die überprüfte Identität eines jeden Kunden zu kennen. Das Know-Your-Customer-Prinzip (KYC) soll jegliche Geldwäsche und Steuerhinterziehung verhindern.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen bei gulli.com als neue Schwerpunkte Netzpolitik und Urheberrecht dazu. Nachdem er bis Oktober 2012 dessen Redaktion leitete, arbeitet er nun bei verschiedenen Online-Magazinen auf freiberuflicher Basis und natürlich für sein eigenes Projekt, Tarnkappe.info. Außerdem bringt Lars Sobiraj an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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