Die russische Sberbank hat am 24. Mai bekannt gegeben, noch in diesem Jahr ein ICO-Projekt auf die Beine zu stellen. Dabei soll auch die russische Zentralbank Pate stehen und den regulatorischen Rahmen für den herauszubringenden Coin setzen. Die russische Regierung wird also bei der Ausgestaltung des ICOs ein Wörtchen mitzureden haben.

Der Launch von Initial Coin Offerings wird immer mehr auch zu einer Angelegenheit von Staaten. So auch nun in Russland. Wenn die russische Sberbank, die größte Bank des Landes, noch in diesem Jahr ihr ICO-Projekt startet, wird auch die russische Zentralbank mit im Boot sitzen – und damit auch der russische Staat. Dieser ist jedoch ohnehin in der Bank involviert, denn diese befindet sich in Staatsbesitz.

Sberbank CIB, der Investment-Banking-Bereich der Großbank, arbeitet zurzeit gemeinsam mit dem National Settlement Depository (NRD) an der Planung des ICOs. Das NRD ist die zentrale Wertpapiersammelbank und Teil der Moscow Stock Exchange Group. Als Zeitpunkt, an dem beide Einheiten das Vorhaben starten wollen, ist das Ende des Sommers 2018 angegeben. Dazu bedient man sich den Vorgaben der Regulatory Sandbox, die die russische Zentralbank in diesem Jahr herausgegeben hat. Dank ihr sollen russische Fintech-Start-ups gefahrenlos neue Technologien austesten können, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Das sagen die Beteiligten:

„Sberbank CIB betrachtet den russischen ICO-Markt als sehr vielversprechend. Viele Kunden der Sberbank sind an dieser Art von Investitionen interessiert. Wir planen, diesen Service proaktiv zu fördern, sobald die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen in Kraft treten. Wir werden einer der Treiber sein, um diese Art von Transaktionen zu institutionalisieren“,

so Igor Bulantsev, Leiter der Sberbank CIB.

Eddie Astanin, Vorstandsvorsitzender des NRD, sagte dazu:

„Das NRD strebt einen pragmatischen Ansatz in Bezug auf FinTech an. Unser Endziel ist es, die fundamentale Grundlage für die Entwicklung der digitalen Wirtschaft in unserem Land zu schaffen. Gemeinsam mit Marktführern realisieren wir ein Projekt zur Schaffung einer Infrastruktur zur Erfassung digitaler Assets. Die Existenz dieser Infrastruktur ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass institutionelle Anleger auf unseren Markt kommen, der Markt sich rasch entwickelt und seine Kapitalausstattung wächst.“

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Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.



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