Die stellvertretende Gouverneurin der russischen Zentralbank, Olga Skorobogatova, stellte den aktuellen Reifegrad der Blockchain-Technologie in Frage. Sie sagte, die Blockchain sei noch nicht fortschrittlich genug, um in der Industrie genutzt werden zu können.

Russischen Medien zufolge stellte sie in einer Diskussion des St. Petersburg International Economic Forum heraus, dass diese neue Technologie immer noch verbesserungswürdig ist. Laut Skorobogatova wurde die Technologie außer für die Nutzung von Kryptowährungen wie Bitcoin noch nicht in einem großen industriellen Rahmen angewendet. Die Sicherheit sowie Skalierbarkeit sind laut der stellvertretenden Gouverneurin nach wie vor eines der Schlüsselprobleme, die man lösen muss, bevor eine Implementierung in der Industrie stattfinden kann.

Die Blockchain benötigt mehr Reifezeit

Für die Blockchain sieht sie zwei wesentliche Anwendungsfelder. Einerseits nutzt man die Technologie für Systeme, welche Distributed Settlement Infrastructures bieten, um darauf Zahlungen abzuwickeln. Ein Beispiel hierfür wäre Ripple. Andererseits Plattformen wie Ethereum oder Hyperledger, die Smart Contracts unterstützen.

In diesem Jahr werde sowohl Russland als auch die internationale Community ein besseres Verständnis dafür bekommen, wofür die Blockchain vorteilhaft sein könne. Vorher muss laut Skorobogatova allerdings die Skalierung auf ein industrielles Niveau gebracht werden.

Sieben bis zehn Jahre bis zur kontrollierten Integration der Blockchain

Skorobogatova hat bereits zuvor die Distributed-Ledger-Technologie als eine „revolutionäre Technologie“ bezeichnet, „in die man investieren sollte“. Hierbei sei allerdings wichtig, dass man die wesentlichen Risiken, die damit einhergehen, nicht außen vor lässt. Um die Technologie im Finanzsektor implementieren zu können, müssten Banken gemäß Skorobogatova ein angemessenes Risikomanagement etablieren. Laut eines Statements der stellvertretenden Gouverneurin im Juni vergangenen Jahres werde es noch sieben bis zehn Jahre dauern, bis eine kontrollierte Integration in den Finanzsektor stattfinden wird.

Die russische Sberbank geht einen weiteren Schritt in Richtung Blockchain-Adaption. Noch in diesem Jahr möchte die größte Bank des Landes ein ICO-Projekt starten. Bei der Ausgestaltung sollen sich auch die russische Zentralbank sowie die russische Regierung beteiligen, um einen regulatorischen Rahmen zu schaffen.

BTC-ECHO

Über Chiara Bachmann

Chiara BachmannChiara Bachmann studiert im Master Wirtschaft & Recht mit Schwerpunkt Finance an der Hochschule Aschaffenburg. Sie interessiert sich nicht nur für Anwendungen in der Finanzbranche, sondern auch für den gesellschaftlichen Wandel, den die Blockchain mit sich bringen kann. Es ist ihr eine besondere Herzensangelegenheit auch Frauen für die Thematik zu begeistern.

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