Es war ein magerer Jahresausklang für den Krypto-Markt. Wie aus einem jüngst veröffentlichten Bericht des Krypto-Datenportals CryptoCompare hervorgeht, haben das auch die Bitcoin-Börsen zu spüren bekommen. Branchenprimus Binance büßte im Dezember 13 Prozent seines monatlichen Handelsvolumens im Vergleich zum Vormonat ein. Auch die zweit- und drittplazierten OKEx und besonders ZB (20 Prozent weniger als im Vormonat) mussten im Dezember Federn lassen.

Konzentrierter Markt-Handel mit dezentralen Assets

Nach wie vor gibt es eine starke Marktkonzentration bei den Bitcoin-Börsen. Über zehn Prozent des Krypto-Handels spielte sich im Dezember auf der maltesischen Exchange Binance ab. 30 Prozent des Krypto-Handelsvolumens gingen dabei alleine auf das Konto der großen drei, während die 25 größten Exchanges nahezu 90 Prozent des Krypto-Handels auf sich vereinen können.

Die Top 2 hat ihren Sitz auf dem sich als „Blockchain Island“ inszenierenden Inselstaat Malta. Malta empfing Binance ebenso wie OKEx im vergangenen Jahr mit offenen Armen. Nun führt Malta die Weltrangliste der Länder an, auf deren Börsen die  meisten Kryptowährungen die Besitzer wechseln. Im Dezember verbuchte der Inselstaat ein Handelsvolumen von knapp 40 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Hongkong mit 32,5 Milliarden US-Dollar und dem US-Territorium Samoa mit rund 23,6 Milliarden US-Dollar. Für Malta bedeutet das ein Minus von neun Prozent im Vergleich zum Vormonat.

Der Großteil (86 Prozent) des Handelsvolumens im Dezember lief über Exchanges mit Transaktionsgebühren für Market Maker und Taker. Allerdings beobachteten die Analysten von CryptoCompare einen wachsenden Anteil von Krypto-Börsen, deren Geschäftsmodell von Transaction Fee Mining (TFM) bestimmt ist. Bei TFM-Börsen erhalten Trader einen Rabatt auf Handelsgebühren in Form eines börseneigenen Token. Der Anteil des TFM-Markts am Gesamtvolumen stieg von November auf Dezember von acht auf zwölf Prozent. Dies geht jedoch hauptsächlich darauf zurück, dass CryptoCompare für ihre Dezember-Analyse erstmals die Krypto-Börse ZBG berücksichtigt haben.

Dezentrale Börsen (DEX) weiter eine Randerscheinung

Dezentralisierte Krypto-Börsen fristen nach wie vor ein Nischendasein. Allerdings konnte sich mit Ethermium ein neuer Player an die Spitze der dezentralisierten Börsenableger setzen. Immerhin wurden im Dezember Assets im Gegenwert von 171 Millionen US-Dollar über Ethermium dezentral getauscht. Das ist zwar beinahe ein Drittel weniger als im Vormonat, jedoch noch deutlich mehr als die Konkurrenz vorweisen kann. Die zweitbeliebteste DEX, WavesDEX, landet indes mit einem Volumen von 53,5 Millionen US-Dollar abgeschlagen auf Platz 2. Insgesamt gibt es bei den dezentralen Börsen noch deutlichen Aufholbedarf, was ihren Marktanteil angeht. So schätzen die Analysten von CryptoCompare das DEX-Handelsvolumen im Dezember schließlich auf rund 254 Millionen US-Dollar – nicht einmal ein Prozent des Gesamtvolumens an den Krypto-Spotmärkten.

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