Bitcoin Futures sind ein heikles Thema in der Krypto-Branche: Mal gelten die Terminkontrakte auf die Kryptowährung Nummer eins als Heilsversprechen, ein anderes Mal erliegen sie dem Schicksal der Verdammnis. Man erinnere sich an jenen schicksalsschweren Dezember 2017. CBOE und CME führten die Produkte ein, plötzlich schoss der Bitcoin-Kurs Richtung Mond: Auf einmal kostete eine Einheit der Kryptowährung von Satoshi Nakamoto knapp 20.000 US-Dollar. Doch ebenso schnell ging es kurze Zeit später wieder bergab: Innerhalb eines Monats nahmen sich die Bären dem Markt an und halten ihn bisweilen fest in ihren Pranken.

Schuldzuweisungen gab es viele, unter anderem traf es auch Bitcoin Futures: Die Terminkontrakte, mit denen man mittels Hebelwirkung auf den Bitcoin-Kurs wetten kann, stehen nach wie vor im Verdacht, am Kursverfall des BTC Schuld zu sein. Wen es interessiert, wie sie funktionieren: Unser kleines Zukunftseinmaleins.

Was sind Bitcoin Futures?

Der Ursprung der heutigen Futures reicht weit zurück und liegt in den Termingeschäften der Landwirtschaft des 17. Jahrhunderts. Der Deal war denkbar simpel: Bauern und ihre zukünftigen Käufer einigten sich über Preis und Menge eines bestimmten Rohstoffes und sicherten sich damit ab. Die Bauern konnten sich damit nicht nur gewiss sein, ihre Ware abzusetzen. Vielmehr konnten sie mit einem konkreten Preis kalkulieren. Die Käufer konnten sich andererseits gegen einen Kursanstieg absichern – eine Win-Win-Situation.

Im Lauf des 19. Jahrhunderts adaptierte das Finanzsystem das Termingeschäft. Über die Termingeschäfte schloss man Verträge ab, die man fortan Terminkontrakte – oder eben Futures – nannte. Sie bildeten letztlich unter anderem Kreditversicherungen gegenüber Banken und wurden damit in den Börsenkreislauf eingespeist. Zum heutigen Tage gibt es diese Futures für jegliche an der Börse handelbaren Dinge. Orangensaft, Soja, Öl – oder eben Bitcoin.

Ein Bitcoin-Future-Kontrakt ist also letztlich ein Vertrag zwischen zwei Parteien, der es ihnen ermöglicht, Bitcoin zu einem festen Preis und zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen und zu verkaufen.

Nach Abschluss des Vertrages sind sowohl der Käufer als auch der Verkäufer verpflichtet, die Transaktion zu dem von ihnen vereinbarten, vorher festgelegten Preis und ohne Berücksichtigung der aktuellen Marktpreise, durchzuführen.

Über Kurz oder Lang: Short- und Longpositionen beim Trading

Geht man nun einen solchen Vertrag ein, kann man short oder long gehen. Wer long geht, geht davon aus, dass der Bitcoin-Kurs auf lange Sicht steigt. Für die Shorties gilt das Gegenteil. Hier geht man von einem fallenden Bitcoin-Kurs aus.

Es sind folglich eher die Verkäufer, die long gehen – sie haben ein Interesse daran, die BTC in der Zukunft zu einem höheren Kurs zu verkaufen. Diesen setzen sie in Vereinbarung mit den Käufern fest.

Dementsprechen gehen sie short– sie wetten darauf, dass der Bitcoin-Kurs in der Zukunft sinkt. Von dem vereinbarten Kurs erhoffen sie sich, dass sie Bitcoin günstiger „einkaufen“ können als der Kurs tatsächlich ist.

Margin Trading: Der Ausweg

Läuft eine Wette letztlich nicht so wie geplant, gibt es eine Art Zwischenlösung: die Marge. Wenn der Bitcoin-Kurs also höher liegt als erwartet und der Verkäufer ein Verlustgeschäft machen würde, bieten die Börsen die Option des Margin Trading. Dadurch kann der Verkäufer dann doch noch zu einem niedrigeren Kurs verkaufen – der Vertragspartner erhält allerdings eine Entschädigung, die zuvor als Marge bei der jeweiligen Börse hinterlegt worden ist.

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