Am 23. Januar machten Meldungen die Runde, dass die paneuropäische Polizeibehörde Europol gemeinsam mit britischen und deutschen Behörden einen mutmaßlichen IOTA-Dieb dingfest gemacht haben. Der Vorwurf: Mittels eines böswilligen Seed-Generators verschaffte sich der Beschuldigte Zugriff auf die IOTA-Wallets argloser Nutzer. Auf diese Weise soll es dem Verdächtigen gelungen sein, sich IOTA im Wert von zehn Millionen Euro anzueignen.

Offenbar konnte nun ein Großteil der gestohlenen Funds gefunden werden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am 30. Januar unter Berufung auf IOTA-Mitbegründer Dominik Schiener.

„Soweit wir wissen, ist nur ein kleiner Teil der 10 Millionen Euro nicht gefunden worden“, verriet Schiener Reuters in einem Interview am 25. Januar.

Die Krypto-Börsen hätten rechtzeitig reagiert und die Konten des Verdächtigen eingefroren, bevor dieser seine Beute abziehen konnte. Nachdem man bei der IOTA Foundation zunächst von einer konzertierten Aktion mehrerer Hacker ausgegangen war, konnte sich dieser Verdacht nicht erhärten. Es deute nun alles darauf hin, das der am 23. Januar verhaftete mutmaßliche Täter alleine gehandelt habe. Der Beschuldigte habe „einen normalen Job und ist gut ausgebildet“, so Schiener weiter.

85 Opfer müssen sich gedulden

Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 36-jährigen Mann aus dem englischen Oxford. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts auf Betrug, Diebstahl und Geldwäsche ermittelt. Die Festnahme war das Resultat einer engen behördlichen Zusammenarbeit der hessischen Landespolizei, der Cybercrime-Abteilung EC3 von Europol sowie der britischen Behörden SEROCU (South East Regional Organised Crime Unit) und NCA (National Crime Agency).

Seit Januar 2018 gingen dem mutmaßlichen Täter 85 Investoren auf den Leim. Dieser soll mit Iotaseed.io einen böswilligen Seed-Generator für IOTA-Wallets betrieben haben.

Bis die Opfer wieder in Besitz ihrer gestohlenen Mittel kommen, wird indes noch einige Zeit ins Land gehen. Die beschlagnahmten Funds müssen den Strafverfolgungsbehörden zunächst noch als Beweismittel dienen.

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