In Südkorea bleibt das 2017 in Kraft getretene Verbot von Initial Coin Offerings bestehen. Das gab die südkoreanische Financial Services Commission (FSC) am 31. Januar in einer Pressemitteilung bekannt. Die FSC begründet die Entscheidung mit den Ergebnissen einer Umfrage, die im September 2018 von der Finanzaufsichtsbehörde Financial Supervisory Service (FSS) durchgeführt wurde. Darin sollten südkoreanische Unternehmen, die ein ICO im Ausland abgehalten haben, Rechenschaft über ihre Unternehmensstruktur ablegen.

Offenbar konnten die Antworten die FSS nicht überzeugen, die regulatorischen Daumenschrauben für inländische ICOs zu lockern. Die Umfrage hat gezeigt, dass zahlreiche Unternehmen das ICO-Verbot umgangen haben. Eine beliebte Vorgehensweise ist es demnach, eine Briefkastenfirma im ICO-freundlichen Singapur zu errichten, gleichzeitig jedoch White Paper und Werbung für das Projekt auf südkoreanisch zu belassen. Auf diese Weise konnten die ICOs das südkoreanische Investorenvolk trotz des Verbotes anzapfen. Seit dem zweiten Halbjahr 2017 konnten die Firmen so rund 500 Millionen US-Dollar einnehmen.

Die FSS bemängelt die unzureichende Offenlegung von Informationen, etwa was die Verwendung der eingesammelten Mittel angeht. Auch die Projekte selbst seien häufig unklar beschrieben, es gebe viele Verdachtsmomente für Aktivitäten, die gegen das südkoreanische Kapitalmarktgesetz verstoßen. Das Risiko für Investoren sei nach wie vor sehr hoch. Die Token der untersuchten ICOs hätten bis Ende 2018 einen durchschnittlichen Wertverlust von 67, 7 Prozent verbuchen müssen. Die FCA möchte aus diesen Gründen weiter am ICO-Verbot festhalten.

Südkorea: ICO-Skepsis trifft auf Blockchain-Begeisterung

Trotz der ICO-kritischen Haltung gilt Südkorea als ein Land, das die Adaption von Blockchain und anderen Disitributed-Ledger-Technologien durch millionenschwere Investitionen sowie einen „regulatorischen Sandkasten“ befördert. In diesem können sich Blockchain-Firmen in enger Zusammenarbeit mit den Regulatoren erproben. Zudem hat es sich die Hauptstadt Seoul zum erklärten Ziel gemacht, bis 2022 zu einem Blockchain-Zentrum zu werden.

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