Keine Frage: Die Frankfurt School of Finance hat sich als eine der wichtigsten Denkfabriken im Blockchain-Bereich etabliert. Entsprechend ist die Crypto Assets Conference ein wichtiges jährliches Event für Interessierte an Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. In der Frankfurt School of Finance trafen, ähnlich wie im letzten Jahr, Vertreter aus der Bankenwelt, der regulierenden Behörden und des Krypto-Ökosystems aufeinander.

Manch kritisches Auge abseits der Welt der Kryptowährungen sah diesen Sektor nach dem Bärenmarkt 2018 als tot an. Die Kurse der Kryptowährungen fielen in den Keller, so mancher ICO erwies sich als Scam und verschiedene Unternehmen mussten sich extrem verschlanken. Es war interessant zu sehen, ob „Kryptoferne“ überhaupt noch Interesse an der Materie haben und wie die Stimmung unter Enthusiasten ist.

Dem Bärenmarkt zum Trotz kamen zahlreiche Besucher. Selbstverständlich waren die „No-Coiner“ in der Minderheit, jedoch verschlug es einige dennoch auf die Veranstaltung. Generell war die Stimmung unter den Teilnehmern ungeachtet der Kursverluste im letzten Jahr durchaus optimistisch. Gerade die Entwicklungen rund um Security Token Offerings (STOs) sind für viele ein Hoffnungsschimmer. Technologische Innovationen rund um den Krypto-Markt sowie das erstarkende Interesse der institutionellen Investoren taten ihr Übriges für eine gute Stimmung auf der Konferenz.

EZB: Wir beobachten den Markt, sehen aber keine Gefahr

Ein besonderes Augenmerk der Konferenz war zweifelsohne die Regulierung von Krypto-Assets. Das Aufkommen von STOs bedingt ja schon fast einen Schwerpunkt auf diesen Themenkomplex. Andrea Pinna von der Europäischen Zentralbank, Martin Diehl von der Deutschen Bundesbank und Christoph Kreiterling von der BaFin zeigten den aktuellen Blickwinkel der Behörden: nüchtern interessiert, aber distanziert. Andrea Pinna betonte, dass die EZB das Phänomen Kryptowährungen zwar beobachte, aber keine großen Risiken für den etablierten Finanzmarkt sehe. Sicherlich auch dank der einzelnen regulierenden Behörden: Christoph Kreiterling betonte, dass die BaFin trotz der Entscheidung vom Berliner Kammergericht an ihrer Position festhält. Ideen wie Bitcoin-ATMs steht er entsprechend weiterhin sehr skeptisch gegenüber.

Doch die Crypto Assets Conference war kein Stelldichein einer Pro-Regulierungs-Fraktion. In verschiedenen Vorträgen bekamen auch Bitcoin-Maximalisten und Krypto-Enthusiasten ein Podium. So hat sich Austin Alexander von Kraken stark gegen die Regulierungsbestrebungen positioniert. Er sieht in ihnen einen grundsätzlichen Angriff gegen das, wofür Dezentralisierung steht.

Deutlich sachlicher positionierte sich Dr. Nina Siedler von DWF. Sie sprach sich dafür aus, dass die deutsche Regulierung bezüglich Sandboxes von ihren europäischen Kollegen lernt.

Crypto Assets Conference: Mehr als nur Regulierung vs Bitcoin

Neben diesen Themenkomplexen rund um Regulierung gab es natürlich noch andere Schwerpunkte. Themen wie Wallet-Sicherheit, Privatsphäre oder Versteuerung von Kryptowährungen wurden von Vertretern verschiedener Unternehmen genauer vorgestellt.

Insgesamt wusste die Konferenz zu gefallen. Das lag nicht nur an der sehr guten Organisation und Auswahl der Redner. Auch wenn von regulatorischer Seite immer noch viele Fragen bezüglich der rechtlichen Einordnung von Kryptowährungen und STOs zu klären sind, hatte man den Eindruck, dass das Verständnis gewachsen ist. Die klassischen „DLT statt Bitcoin“-Argumente, die man früher auf entsprechenden Veranstaltungen hörte, sind deutlich zurückgegangen.

Ebenso war es interessant zu sehen, dass sich in den Pausen Besucherinnen und Besucher, die man auf den ersten Blick nicht für Techies halten würde, mit anspruchsvollen Fragestellungen wie der optimalen Absicherung von Wallets auseinandersetzten. Dieser Blick auf die Technologie und auf die ideologischen Fragestellungen von Kryptowährungen ist für eine korrekte Einordnung und Adaption von Bitcoin & Co. notwendig.

Eines steht zumindest fest: Ich freue mich auf die Crypto Assets Confernce 2020.

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