Eines vorneweg: Bitcoin-Kursprognosen richten den Blick zwar in die Zukunft, dennoch speisen sie sich lediglich aus Daten aus der Vergangenheit. Daher ergibt sich bereits in der Natur der Sache ein Problem: Sie können immer scheitern. Ob Bitcoin bald bei 1.000.000 US-Dollar liegt oder doch wieder auf Level von vor neun Jahren zurücksinkt, kann niemand mit eindeutiger Genauigkeit sagen. Dennoch gibt es einige Indikatoren, an denen man sich festhalten kann. Wenn man will.

Bearishes Szenario: Der Bitcoin-Kurs wird fallen

Das Medienunternehmen Bloomberg schreibt am 12. März: „Die aktuelle Rallye von Bitcoin verliert an Schwung.“ Demnach sinke die Kaufnachfrage für die Kryptowährung auf lange Sicht. Von „steigendem Verkaufsdruck“ ist hier die Rede. Das liege vor allem daran, dass der Bitcoin Moving Average Convergence Divergence Indikator (MACD) seit Mitte Februar stetig fällt. Der MACD vergleicht das Verhältnis dreier gleitender Mittelwerte (mehr dazu hier) und kann genauso auf den stärksten Bull Run seit einem Jahr hinweisen.

Bloomberg argumentiert weiter, dass der durchschnittliche tägliche Zuwachs bei BTC seit Februar falle. Zudem scheitere er immer wieder an der 4.000-US-Dollar-Marke, was die Kryptowährung weiter unter Druck setze. So fasst es Bloomberg-Analyst Mike McGlone zusammen:

Die komplette Industrie ist bereit, einen Pfad zu niedrigeren Kursen anzutreten. Die Bedingungen sind ähnlich wie im November, kurz vor dem Kollaps. Die Kurse konsolidieren sich in enger werdenden Abständen.

Dennoch: Es bleibt eine Frage der Perspektive. Immerhin hat der Bitcoin-Kurs in den letzten drei Monaten um zwanzig Prozent zugelegt.

Bullishes Szenario: Der Bitcoin-Kurs wird steigen

Ganz anders sieht die Situation Omkar Godbole von Coindesk. Er vermutet, dass zwei gleitende Mittelwerte ein „Goldenes Kreuz“ bilden: Der MA50 könne den MA100 bald überschreiten und damit den ersten Bull Run seit langer Zeit einleiten. Dementsprechend könne (und solle) BTC bald die 4.236-US-Dollar-Marke vom 24. Dezember überschreiten, sodass es wieder richtig bergauf geht. Die Gefahr liegt hier knapp 600 US-Dollar tiefer: Beim Unterschreiten der 3.658 US-Dollar-Marke könnten die Bären die Bullen vollständig auseinandernehmen.

Interpretation der gegenläufigen Prognosen

Auf den ersten Blick widersprechen die Prognosen von Bloomberg und Coindesk sich eklatant. Man ist geneigt, frei nach Dr. Julian Hosp zu sagen: „Es könnte nach oben gehen, es könnte aber auch nach unten gehen.“ Prinzipiell stimmt das auch: Mit einer technischen Analyse kommen Investoren zu einer begründeten Einschätzung, jedoch nicht zu einer Zukunftsvoraussage.

Jedoch muss man hier den unterschiedlichen Betrachtungsansatz sehen: Bloomberg betrachtet die jüngste Entwicklung und den Bitcoin-Kurs im Tageschart, während der verlinkte Artikel sich auf die langfristigen Entwicklungen fokussiert. Und hier sehen wir durchaus ein gegenläufiges Verhalten. Im Tageschart fällt der MACD, während er im Wochenchart ansteigt:

Insgesamt könnte man also zu folgendem Schluss kommen: Langfristig sind die Weichen für eine positive Kursentwicklung Bitcoins gestellt, jedoch sollte man auf der Basis nicht sofort morgen den großen Bull Run erwarten. Wie in einer anderen Analyse erläutert, braucht gut Ding Weile.

Jenseits von Bitcoin: Blick auf Altcoins und STO

Bitcoin-Kurs hin oder her: Auch wenn es sich bei BTC um die führende Kryptowährung nach Marktkapitalisierung handelt, gibt es am Krypto-Markt noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, Gewinne abzufischen.

Allen voran die Altcoins. So haben etwa die Kursverläufe von Litecoin, Binance Coin, Tron und Maker den gleitenden Mittelwert der letzten 200 Tage bereits überschritten. Hier boten sich in der Vergangenheit diverse Möglichkeiten, Gewinne abzuschöpfen.

Gerade auch der Blick auf die relativ neue Investmentchance der Security Token Offerings (STO) bieten Alternativen zu BTC. Dementsprechend hat etwa der STO aus dem Hause Bitbond allein am ersten Tag eine Million Euro eingesammelt und geht damit bereits in die zweite Runde.

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