Stable Coins dienen vornehmlich dazu, einen sicheren Hafen für Trader zu bieten. Wer auf Bitcoin-Börsen etwa Kryptowährungen handelt und diese kurzfristig parken will, ohne auszucashen, hat die Möglichkeit, sie in Stable Coins zu wechseln. Denn diese sind 1:1 durch hinterlegte Fiat-Währungen oder andere (mehr oder weniger) stabile Assets gedeckt. So zumindest das Versprechen.

Kein sicherer Hafen für Bitcoin Trader

Der größte dieser Stable Coins, namentlich Tether, kam immer wieder in die Kritik. Vornehmlich kamen hier Verdachtsmomente, ob der tatsächlichen Deckung der Kryptowährung auf. Man erinnere sich an die Turbulenzen rund um die Bitcoin-Börse Bitfinex. So lautete der Hauptvorwurf im Oktober letzten Jahres, dass die Börse nicht mehr genügend Geldreserven habe, um ihre Kunden auszuzahlen. Hinzu kam ein auffälliges Zensurverhalten seitens der Börse sowie Verstrickungen mit einer in Verruf geratenen Person aus Hollywood. Jene, die auf den Namen Brock Pierce reagiert, hat allem Anschein nach mit dem Ins-Leben-Rufen des Stable Coins Tether zu tun. Die damalige Vermutung: Tether ist nicht zu hundert Prozent gedeckt. (So viel in Kürze, die gesamte Story gibt es hier).

Was folgte, waren Gerüchte, mit denen Tether immer weiter ins Abseits manövriert wurde. So entstanden erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der „Audits“, also den unabhängigen Überprüfungen durch Dritte ob der tatsächlichen Deckung der Stable Coins. Zu diesen gesellten sich Verdachtsmomente auf Arbitrage-Handel, wir berichteten ausführlich.

Tether-Homepage bestätigt alte Zweifel

Nun gibt es auf der offiziellen Homepage von Tether eine Änderung im Text, wodurch Tether indirekt bestätigt, dass der Stable Coin nicht ausschließlich durch US-Dollar gedeckt wird. Wo es zuvor hieß, dass dies der Fall sei, heißt es nun:

Jeder Tether ist immer zu 100 Prozent durch unsere Reserven gedeckt, die sowohl traditionelle Währungen sowie Bargeld beinhalten sowie von Zeit zu Zeit andere Assets. Außerdem [zählen dazu] Außenstände [receivables] von Krediten, die Tether an Drittparteien [herausgibt]. Diese können wiederum Schwesterngesellschaften sein […]. Jeder Tether ist zudem 1 zu 1 an den Dollar gebunden. Jeder USDT wird von Tether also als USD gewertet.

Kurzum: Tether räumt ein, dass es sich bei den Rücklagen im Prinzip um alles handeln kann, was sich in Geld verwandeln lässt. Dazu gehören letztlich auch Kryptowährungen. Bei der teilweise doch recht hohen Volatilität von Bitcoin & Co. kann das zu erheblichen Liquiditätsproblemen für Tether führen.

Konsequenzen für die Bitcoin-Community

Diese Änderungen auf der offiziellen Homepage von Tether führen weitläufige Konsequenzen mit sich. Zuallererst bedeutet das, dass die Stabilität des Stable Coins keineswegs gegeben ist. Falls genannte „Außenstände“ bzw. die nicht näher bezifferten „Tochtergesellschaften“ einmal nicht verfügbar sein sollten, kann Tether seine Kunden nicht ausbezahlen. Wer sich beim Trade von Bitcoin also darauf verlässt, seine Gewinne in einen sicheren Hafen zu fahren, indem er sie in Tether umwandelt, könnte bei einer etwaigen Auszahlung erhebliche Probleme bekommen.

Auch wirft das nun die alten Vorwürfe wieder auf, nach denen die mit den Audits beauftragten Unternehmen doch nicht so unabhängig zu sein scheinen, wie sie es vorgegeben haben. Gesetzt den Fall, dass die Deckung auch zuvor nicht gegeben war, stimmten die Bestätigungen der jeweiligen Firmen nicht.

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